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Wie ich Berufung sehe

Stefan Hecht, Kiefersfelden, Schüler 18 Jahre

Wenn man das Alte Testament liest, begegnet man vielen Geschichten von großen Propheten, Dienern Gottes in einer scheinbar verlorenen Welt.
Sie, Menschen in unterschiedlichen Berufen, Gegenden und Lebenslagen, wurden von Gott berufen, seine Botschaft zu erneuern oder, so liest man im Neuen Testament, sein Wort ?bis an die Grenzen der Erde? zu verkünden. Heutzutage scheint uns dieser Idealismus, wie wir ihn in diesen Geschichten lesen können, weitgehend verloren gegangen zu sein.
In einer multipluralen Welt glaubt man, ist es fast unmöglich, einer Wahrheit zu folgen. Zu viele Einflüsse prasseln auf uns ein und zu viele Angebote gibt es, die unser ?geistiges Gehör? davon abbringen, IHM zuzuhören.
Dazu kommen Ängste um die Zukunft, um einen richtigen Beruf. Zukunftsplanungen und Wünsche scheitern häufig schnell an der Realität.
So scheint es uns als junge Menschen fast unmöglich, als Berufene Gottes unser Leben zu gestalten. Doch wenn wir uns diese Berufungsgeschichten etwas genauer anschauen, so bemerkt man, dass große Propheten, Heilige und Apostel, als junge Menschen ihr Schicksal in die Hände Gottes gelegt haben und häufig wie wir mit beiden Beinen fest im Alltag standen.
Ohne das Gottvertrauen der Gottesmutter Maria wäre das größte Erlösungswerk der Menschheit, der Tod Jesu Christi, niemals geschehen. Im Alltag nahm sie es auf sich, ihr Leben in die Hände Gottes zu legen und so ihre Berufung auf sich zu nehmen.Berufung ist also kein weithergeholter Idealismus, sondern geschieht jeden Tag. Indem man sein eigenes Schicksal, das Gute wie auch das Schlechte im Leben auf sich nimmt und es im Vertrauen auf Gott hin regelt. So kann jeder von uns dazu beitragen, großes zu vollbringen. Wenn man das Wort Beruf ansieht, lässt sich darin das Wort ?Ruf? erkennen. Nicht jeder kann König oder Prophet sein, aber jeder kann auf die Stimme Gottes hören, selbst wenn sie uns manchmal auch noch so im Alltagslärm unterzugehen oder im Strom der Geschichte untergegangen scheint. In der Ruhe und in der Stille wird uns Gottes Wille offenbar. So kann man auch als junger Mensch Großes vollbringen und seine Talente ganz in den Dienst Gottes stellen. Berufung bedeutet für mich, Gottes ?Ruf? im Alltag zu hören und so meine Aufgabe, sei es in der Schule im Beruf oder in der Freizeit danach auszurichten und so Großes im Kleinen Rahmen zu vollbringen. Dadurch werden wir zu Boten Gottes und Zeugen seiner Herrlichkeit. ?Dienet dem Herrn in Freude?, dieser Satz aus dem Psalm 100 ist mir dabei ein Ansporn.

 
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