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Wie wird man Karmelit?

Die Ausbildung eines jungen Mannes
zum "vollwertigen" Karmeliten

Der Werdegang eines Karmeliten in seinem Orden ist vergleichbar mit dem Werdegang von Eheleuten:

- Man lernt sich kennen

- Man entscheidet sich füreinander

- Man verlobt sich

- Man verspricht sich gegenseitig, den Lebensweg gemeinsam zu gehen, in guten und in bösen Tagen.

 

Kennen lernen

Den Karmelitenorden habe ich schon früh durch einen guten Freund kennen gelernt. Er war für mich ein Vorbild und deshalb habe ich mich dafür interessiert, wie er als Karmelit lebt.
Ich war zu seiner ersten Profess eingeladen (das ist das erste zeitliche Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams, das ein Karmelit ablegt und das zunächst für ein Jahr gilt) und bin dazu ins Kloster nach Czerna bei Krakau gefahren.
Bei dieser Feier habe ich noch viele andere Brüder kennen gelernt und ich war fasziniert von diesen jungen Männern, die so unbekümmert waren und genauso gerne Fußball spielten wie ich. Damals war ich 15 Jahre alt, auf dem Gymnasium, und musste zunächst meinen Schulabschluss machen. Den Kontakt zu den Karmeliten habe ich (mal enger, mal lockerer) über die Jahre bis zum Abitur gehalten.
Während dieser Zeit wusste ich noch nicht, was ich nach dem Abitur machen wollte. Ich hatte freundschaftlichen Umgang mit Mädchen und dachte auch darüber nach, wie schön es vielleicht wäre, mit einer lieben Frau eine harmonische Ehe zu führen. Außerdem hätte es mich auch sehr interessiert, Arzt zu werden.

 Entscheidung

Nach dem Abitur wurde es dann Zeit für mich, eine Entscheidung über meine Zukunft zu treffen.
Ich habe mich dafür entschieden, in den Karmel einzutreten.
Ich wollte ausprobieren, ob der Karmel und das Leben der Karmeliten mein Weg und mein Leben sind.

Also bin ich nach Czerna ins Noviziatshaus gefahren und habe mich erkundigt, welche Unterlagen ich brauche, um ins Kloster aufgenommen zu werden.
Der Novizenmeister hat mich empfangen und herzlich begrüßt. Es war ein älterer Pater, ein lebenserfahrener Ordensmann. Er hat mir gesagt, dass ich ein erwachsener Mann sein muss, um ins Kloster einzutreten, nicht nur 18 Jahre alt, sondern wirklich erwachsen.

Ich habe ihm sofort geantwortet, dass ich erwachsen bin, dass mir die Mädchen zwar auch gut gefallen, aber dass ich glaube, dass das Ordensleben mein Weg sei. Die Gemeinschaft mit den vielen jungen Männern, die während der Rekreation Fußball spielen, hätte mir sehr gut gefallen. Dann habe ich ihm gesagt, dass ich dazu entschlossen sei, mein Leben und meine Talente im Orden in den Dienst der Kirche zu stellen und zwar ganz und mit allen meinen Kräften und nicht nur halbtags oder stundenweise.
Nach langem Nachdenken und Beten hatte ich erkannt, dass ich die Berufung zum Ordensleben habe, weil ich Interesse am Gemeinschaftsleben habe und auch sehr gerne alleine mit Gott in der Stille verweile.
Ich musste noch mein Taufzeugnis bringen und eine Bestätigung (Empfehlung) des Pfarrers, außerdem wurde eine ärztliche Untersuchung gefordert, ob ich tatsächlich auch psychisch und physisch stabil und gesund bin.
Im Orden, im Dienst für die Kirche muss man sehr viel aushalten, darum ist die psychische und physische Gesundheit sehr wichtig.
Schwächliche, labile Menschen oder Menschen, die nur auf sich selbst konzentriert sind, sind nicht geeignet für das Leben im Orden, sonst machen sie sich selbst und andere Mitbrüder kaputt.
Darum achtet der Orden zuerst auf die Gesundheit eines Kandidaten, dann auf die Begabungen und dann auf die Frömmigkeit. Als Bauernjunge war ich physisch und psychisch sehr stabil und das blieb mir bis heute Gott sei Dank erhalten.

"Man verlobt sich"

  Postulat

 Nach Prüfung meiner Unterlagen wurde mir ein Brief zugeschickt, dass ich am 1. Juli 1979 mein Postulat beginnen darf.
Mit mir begannen noch 11 andere junge Männer das Postulat. Ich war sehr zufrieden, wir waren genug zum Fußballspielen. Unser Fußballplatz im Klostergarten war von früheren Postulanten und Novizen allerdings schon sehr abgenutzt.
Im Postulat konnten wir das Ordensleben auf sehr lockere Weise kennen lernen.
Wir waren noch nicht verpflichtet, am gemeinsamen Gebet und der Meditation teilzunehmen. Wir waren zwar dazu eingeladen, aber wenn ich am Anfang morgens verschlafen habe, hat der Novizenmeister nichts dazu gesagt und mir trotzdem beim Frühstück noch einen schönen Tag gewünscht.

Am Anfang war das schon eine große Umstellung für mich. Wir haben den Tag um 5 Uhr früh mit Beten begonnen.
- Und eine Stunde Meditation am Morgen war auch sehr ungewohnt für mich. - Bisher konnte ich keine 5 Minuten stillsitzen und jetzt musste ich eine Stunde ruhig in der Kapelle, im Betchor sitzen. Darum bin ich oft,  so wie meine Kollegen auch, eingeschlafen, sehr zur Freude der älteren Novizen, die dann laut in der Kapelle über uns gelästert und uns ausgelacht haben. Sie waren es schon gewohnt zu meditieren.

Im Karmel leben die Postulanten,  die Kandidaten, die Karmelit werden möchten - mit allen Karmeliten im Kloster zusammen. Ich konnte mir also anschauen, ob das Leben im Karmel wirklich etwas für mich und mein ganzes Leben ist. Ich machte selbst erste Erfahrungen mit dieser Art zu leben und zu arbeiten.
Wir waren 12 Postulanten, von ihnen wollten acht Karmelit und Priester werden (dazu braucht man mindestens ein Abiturzeugnis). Vier wollten Karmelitenbrüder (Brüder ohne Priesterweihe) werden. Sie müssen eine Berufsausbildung haben oder sie in Ausnahmefällen auch im Kloster nachholen.
Aber auch die Verantwortlichen für die Ausbildung im Postulat haben uns beobachtet. Nach sechs Wochen wurde entschieden, wer zum Noviziat zugelassen wird. Das Postulat kann bis zu einem Jahr dauern.

Man kann es mit der Zeit des Miteinandergehens kurz vor der Verlobung vergleichen.
Es geht um die Gewissheit von beiden Seiten, ob der Kandidat für das Noviziat geeignet ist. Sonst wäre es schade um die vergeudete Zeit und die Kosten.
Einer von den 12 Bewerbern musste das Kloster verlassen. Er war psychisch nicht ganz stabil und zu fromm. Er wollte immer nur beten, in der Kapelle sitzen, wollte nur über Gott sprechen bei der Rekreation. Wir anderen wollten während der Rekreation (gemeinsame Zeit der Erholung) spielen, wandern, Blödsinn machen.

Im Kloster braucht man normale Männer zum Beten und zum "Tanzen". Die Frömmigkeit, das Gebet in der Stille reichen alleine nicht aus. Der Kandidat, der nie getanzt hat oder sich von der Gemeinschaft in der Schule oder im Beruf immer zurückgezogen hat, ist meiner Meinung nach nicht geeignet für das Leben im Karmel. Im Karmel spielen nicht nur der tiefe Glaube, die Hoffnung, die Liebe und das Vertrauen zu Gott (der in der Gemeinschaft der Christen in der Kirche zu erfahren ist) eine wichtige Rolle, sondern auch die Fähigkeit zum Gemeinschaftsleben.

 Noviziat

Alle anderen wurden zum Noviziat zugelassen und haben sich darauf gefreut.
Zu Beginn des Noviziats werden die Novizen mit dem Habit der Karmeliten eingekleidet.
Das Noviziat dauert 12 Monate. Es ist eine Zeit des tieferen Kennenlernens von beiden Seiten: des Novizen und des Ordens.
Das ist die Probezeit, sozusagen die Verlobung.
Im Noviziat übernehmen schon beide Seiten Verpflichtungen für das Leben im Orden.
Als ich in der Noviziatszeit einmal morgens verschlafen habe, hat mich der Novizenmeister sehr genau ausgefragt, warum ich nicht aufgestanden bin. Ob es mir bewusst sei, dass ich auch zur Gemeinschaft dazu gehöre und die Mitbrüder beten, während ich noch schlafe.
Bequemlichkeit hat im Ordensleben keinen Platz.

Ich war müde gewesen, weil wir am Tag zuvor sehr lange auf dem Feld bei der Getreideernte (das Kloster hatte eine Landwirtschaft) geholfen hatten und ich war nach dem Wecken wieder eingeschlafen. Statt sofort aufzustehen und mich zu waschen, hatte ich mir noch ein Weilchen im Bett gegönnt und das war dann doch zu lang. Alle anderen hatten genauso viel wie ich oder noch mehr gearbeitet und sind am Morgen trotzdem aufgestanden.
Später hat mir ein Prior gesagt: Mir ist nicht wichtig, wie lange Du in der Nacht arbeitest oder betest. Aber am Morgen musst Du beim Gebet dabei sein, sonst ignorierst Du Deine Mitbrüder. Es sei denn, Du bist krank oder etwas anderes hindert Dich daran, beim Gebet anwesend zu sein.

Im Noviziat lernten wir, was es bedeutet, Karmelit zu sein. Wir studierten unsere Regel und unsere Vorschriften (Konstitutionen und Ausführungsbestimmungen).
Wir überlegten uns, was die drei Gelübde bedeuten: Gehorsam gegenüber dem Oberen und der Kirche, Armut, und ehelose Keuschheit.
Diese drei Gelübde werden am Ende des Noviziates zunächst für ein Jahr, dann vier Jahre lang jedes Jahr neu abgelegt.
Nach fünf Jahren folgt dann das ewige Gelübde, das besonders feierlich abgelegt wird - vergleichbar mit der Hochzeit.
Wir lernten den Tagesablauf eines Karmeliten kennen und waren bei allen Arbeiten und Tätigkeiten dabei.
Viermal im Jahr treffen sich die Verantwortlichen für die Novizen mit den Patres, die schon die ewigen Gelübde abgelegt haben und beraten gründlich über jeden einzelnen Novizen und seine Tauglichkeit zum Ordensleben. Über jeden wird in geheimer Abstimmung mit weißen und schwarzen Kugeln abgestimmt. Wenn ein Novize mehr weiße als schwarze Kugeln bekommt, darf er im Kloster bleiben.
Aber auch der Novize kann sich jederzeit dafür entscheiden, den Orden wieder zu verlassen. Am Ende des Noviziats wird noch einmal intensiv beraten und dann werden die übrig gebliebenen Novizen zur ersten Profess zugelassen.
Wie schon erwähnt, legen die Novizen zum ersten Mal die drei Gelübde (zeitliche Profess) für ein Jahr ab.

Die erste Profess findet auch schon feierlich in der Kirche statt, es werden Gäste eingeladen und dann wird eine Nacht lang gefeiert.
Die jungen "zeitlichen Professen", die Priester werden wollen, gehen anschließend in das ordenseigene Priesterseminar und studieren zwei Jahre lang Philosophie und dann vier Jahre Theologie.
Die anderen Brüder übernehmen schon Verantwortung für verschiedene Aufgaben in den Klöstern der Provinz oder machen ihre Ausbildung.
Immer nach einem Jahr werden die Gelübde erneuert, wobei vorher wieder Beratungen mit den Ausbildern im Priesterseminar stattfinden. Das Ergebnis wird jeweils dem Provinzial vorgelegt. Vor Gott und vor dem Provinzial oder einem von ihm bestimmten Pater werden die Gelübde abgelegt.
Als Studenten hatten wir viel Abwechslung. Der Sport und die Kultur durften nie zu kurz kommen.
Wir studierten nicht nur, sondern machten auch schon verschiedene Praktika in anderen Klöstern und in Pfarreien, die vom Orden betreut werden.

Während dieser Zeit habe ich viele Krisen erlebt. Ich habe oft mit der Frage gerungen, ob ich am richtigen Platz bin im Priesterseminar. Die Welt draußen schien mir so schön und wenn ich eine schöne und kluge Frau heiraten würde, dann könnten wir uns gemeinsam ein schönes Leben aufbauen.
Diese Krisen haben mir geholfen, eine ganz klare Entscheidung zu treffen, d.h. mich endgültig für den Karmel und das Priestertum zu entscheiden.
Die Zeit des Juniorats (Studentenzeit bis zur ewigen Profess) war nicht immer leicht, aber ich hatte auch viele schöne Erlebnisse und persönliche Erfolge.

"Versprechen"
Ewige Profess und Weihe


Nach dem Studium bzw. nach den fünf Jahren der zeitlichen Profess legen die Priesteramtskandidaten und die Brüder die ewigen Gelübde ganz besonders feierlich in der Kirche ab.
Zu dieser Feier werden viele Gäste eingeladen.
Es ist ein großes Fest, weil sich die Kandidaten verpflichten, in der Gemeinschaft der Mitbrüder zu leben und so das Zeugnis für Gott und seine Liebe in der Kirche zu geben - so wie sich die Brautleute im Sakrament der Ehe das Zeugnis ihrer Liebe öffentlich geben. So wie Christus die Kirche liebt, so wollen die beiden sich lieben in guten und in bösen Tagen bis zum Tod.
Die Priesteramtskandidaten erhalten nach der ewigen Profess die Weihe zum Diakon und nach einem Jahr Praktikum als Diakon die Priesterweihe.
Vor der Weihe zum Diakon und der Priesterweihe müssen die Kandidaten beweisen, dass sie die nötige Reife und Selbständigkeit für die Seelsorge haben und Verantwortung für andere Menschen im geistlichen Bereich übernehmen können.
Außerdem müssen sie die Fähigkeit haben, zu leiten und zu organisieren. Sie müssen tauglich für das Gemeinschaftsleben sein, sollen aber auch die Einsamkeit und das Alleinsein gut ertragen können.
Im Karmel sind beide Pole wichtig: Der eremitische Zug,  in der Einsamkeit mit Gott zu leben, und die Fähigkeit zur Gemeinschaft, d.h. gemeinsam zu beten und sich gegenseitig zu ertragen.

Jetzt bin ich schon 31 Jahre im Karmel und seit 24 Jahren Ordenspriester. Seit dem Tag meiner Priesterweihe habe ich keine Berufungskrise mehr erlebt. Ich kann von mir sagen, dass ich ein sehr zufriedener und glücklicher Karmelit und Ordenspriester bin.
Und ich glaube, das ist meine Berufung.
Mit Gottes Hilfe hoffe ich, weiter diese Berufung leben zu können - im Dienst für den Orden und die Kirche und für die Menschen, denen ich in meinem Leben begegne.

 

P. Dr. Florian Z. Florek OCD, München

Kontaktadressen

Leben im Karmel

Wie geht das heute?

Ordensleben hat von seiner Aktualität bis heute nichts verloren, es scheint mir heute sogar aktueller zu sein denn je, denn der Mensch ist von Natur zur Gemeinschaft berufen, und leben im Orden bedeutet Gemeinschaft.
Von Natur aus brauchen die Menschen andere Menschen, um sich als Menschen zu entfalten und mit ihnen in Gemeinschaft zu leben. Die kleinste Form menschlicher Gemeinschaft, das Ehepaar, ist für neues Leben verantwortlich, für eine wachsende Familie. Aber Familien haben Freunde und gehören zu einer größeren Gemeinschaft. Wer gute Freunde hat, kann auch in schwierigen Zeiten bestehen.

Ordensleben bedeutet gemeinsam und engagiert das Leben als Christen zu gestalten. Ein Ordensmann oder eine Ordensfrau hat das gleiche Lebensziel und die gleiche Lebensaufgabe wie jeder getaufte Christ und jede getaufte Christin: bewusst in der Nachfolge Christi zu leben, Jesus Christus immer besser kennen zu lernen.
Darum geht es auch im Ordensleben.

Im Orden als Karmelit oder Karmelitin zu leben, bedeutet nicht, eine besondere Lebensweise zu erbringen. Ich gehe nicht in einen Orden, weil ich nicht zur Welt passe oder die Arbeit und die Kollegen mich überfordern. Ordensleute müssen bodenständige, gesunde Männer und Frauen sein, die sich entschieden haben, diesen Weg in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu gehen.

Der Tagesablauf in einem Karmelitenkloster ist gekennzeichnet durch das innere Beten, das gemeinsame Stundengebet, die Eucharistiefeier und die brüderliche Gemeinschaft. Der Tag in unserem Kloster beginnt um 6.00 Uhr mit dem Morgengebet, dem inneren Beten und der Eucharistiefeier. Danach widmet sich jeder seinen Aufgaben, um 18.30 Uhr beten wir die Vesper (das Abendgebet) und halten nochmals inneres Beten. Der Tag klingt in der Regel mit dem brüderlichen Beisammensein aus.

Ich habe für mich erkannt, dass diese Lebensart im Karmel zu mir passt und mich erfüllen kann. Hier kann ich meine Berufung als Christ leben, dieses Leben mit anderen im Kloster, in der Provinz, im Orden, in der Kirche und in der Welt teilen.

Was alle Orden gemeinsam haben, das sind die Ordensgelübde, also ein öffentliches Versprechen, zunächst auf begrenzte Zeit, dann aber für immer im Orden zu leben, in Armut, eheloser Keuschheit und Gehorsam, wozu uns das Evangelium einlädt.

Karmeliten gehören zu den Mendikantenorden, so wie Franziskaner, Kapuziner, Dominikaner, Augustiner, die schon im 13. Jh. in einer Gemeinschaft von gleichberechtigten Brüdern innerhalb der Kirche zu leben versuchten. So ist auch der Karmelitenorden von Beginn an (Anfang des 13. Jh.) demokratisch strukturiert. Der Verantwortliche für den Orden ist der Generalobere, der mit seinen acht Definitoren (Generalräten) für 6 Jahre von den Provinzoberen und Delegierten des ganzen Ordens gewählt wird. Wie die anderen Orden ist auch der Karmel in Provinzen aufgeteilt. Eine Provinz besteht aus mehreren Klöstern, z.B. die Deutsche Provinz aus 5 Klöstern. Für die Leitung der Provinz ist der Provinzial mit seinem Provinzrat (vier Mitbrüder) verantwortlich, für die Klöster die Oberen mit ihren Räten. Sie werden jeweils für drei Jahre gewählt.

Die karmelitanische Spiritualität ist durch unsere Regel und Konstitutionen, aber vor allem durch die Gründer des Teresianischen Karmel, die hl. Teresa von Ávila und den hl. Johannes vom Kreuz (16. Jahrhundert in Spanien), geprägt. Die ersten Karmeliten auf dem Berg Karmel (13. Jh.) lebten als Einsiedler jeder für sich in einer Zelle (Häuschen), haben sich aber täglich zur Feier der Eucharistie und einmal in der Woche zum gemeinsamen Gespräch getroffen. Von daher hat der Karmel eine eremitische Tradition. Teresa von Àvila und Johannes vom Kreuz haben im 16. Jh. diesen Ansatz übernommen, den Schwerpunkt jedoch auf die Freundschaft mit Gott in Jesus Christus und von daher mit den Menschen, die uns anvertraut sind oder uns in der Seelsorge begegnen, gelegt.

Zu unseren Aufgaben gehören vor allem die Weitergabe unserer Spiritualität durch Exerzitien (in Birkenwerder bei Berlin), die Herausgabe der Schriften unserer Heiligen (Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Therese von Lisieux, Edith Stein), durch die Begleitung von Laiengruppen wie Teresiansiche Karmel Gemeinschaft (TKG / OCDS), durch Meditationsgruppen oder durch Exerzitien im Alltag.

Wir möchten alle Menschen, die uns begegnen, die Schönheit des Lebens mit Gott und den freundschaftlichen Umgang miteinander spüren lassen.

Es ist schön, dass wir in der Gemeinschaft so leben dürfen, wie wir sind, und uns so gegenseitig unterstützen und stärken können. Es macht Freude, Karmelit zu sein und als Mensch und Seelsorger für andere da zu sein.

P. Dr. Florian Zdzislaw Florek OCD, München

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